Gegen das Vergessen

Die Gesamtschule Nordstadt Neuss hat zu einem Zeitzeugengespräch mit Inge Auerbacher eingeladen. Die 84-Jährige war am 05.09.2019 um 17.30 Uhr in der Gesamtschule Nordstadt Neuss zu Gast und hat über ihr bewegtes Leben berichtet. Das Gespräch wurde mit einem Theaterstück des Kölner Schauspiellehrers Bernd Capitain eröffnet. Er hat das Kammerstück „Ein ganz gewöhnlicher Jude“ von Charles Lewinsky durch die Memoiren von Inge Auerbacher ergänzt und führte sein Stück bei uns auf.
Inge Auerbacher wurde 1934 in der Nähe von Offenburg geboren – als einziges Kind einer jüdischen Familie. Mit sieben Jahren wurde sie ins Ghetto Theresienstadt deportiert, überlebte dort aber mit viel Glück.
Nach der Befreiung des Lagers kehrte sie über Umwege zunächst in ihre Heimat zurück, ehe sie 1946 mit ihrer Familie an Bord eines Flüchtlingsschiffes in die USA emigrierte. Dort wurde sie 1953 eingebürgert und arbeitete über Jahrzehnte als Chemikerin.
Ihre Erinnerungen verarbeitete Inge Auerbacher seit 1986 in verschiedenen Werken, so unter anderem unter dem Titel „Ich bin ein Stern.“ Am 26. Januar dieses Jahres sprach sie vor den Vereinten Nationen anlässlich des Holocaust-Gedenktags und appellierte eindrücklich, sich für die Rechte von Kindern auf ein Leben in Frieden, Sicherheit und ohne Diskriminierung einzusetzen.

Die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, zum Besuch von Inge Auerbacher in der Gesamtschule Nordstadt Neuss:
„Die Einladung von Inge Auerbacher ermöglicht es zahlreichen Kindern und Jugendlichen, mit einer engagierten Zeitzeugin in Kontakt zu kommen, die sich schon viele Jahre für die Rechte von Kindern auf ein Leben in Frieden, Freiheit und ohne Diskriminierung einsetzt. Als Antisemitismusbeauftragte sehe ich meine Aufgabe auch darin, Besuche von Zeitzeugen zur Begegnung zu ermöglichen. Ich unterstütze und organisiere den Aufenthalt von Frau Auerbacher deshalb sehr gerne und freue mich, dass die Gesamtschule Nordstadt Neuss sich im Kampf gegen Antisemitismus so stark engagiert und für eine Veranstaltung mit Inge Auerbacher offen war.“